Görlitz – Auch am dritten Tag nach der dramatischen Explosion und dem anschließenden Hauseinsturz in Görlitz läuft die Suche nach den drei Vermissten weiter auf Hochtouren. Mit jeder vergehenden Stunde wächst jedoch die Sorge der Einsatzkräfte. Unter optimalen Bedingungen könnten Verschüttete zwar bis zu 72 Stunden unter Trümmern überleben – dennoch wird die Zeit zunehmend knapper.
Wie die Leiterin der Berufsfeuerwehr Görlitz auf Nachfrage mitteilte, gehe man weiterhin davon aus, dass die Vermissten am Leben sein könnten – solange das Gegenteil nicht feststeht. Die Rettungskräfte setzen deshalb ihre Arbeiten ununterbrochen fort.
Vor Ort kümmern sich weiterhin Notfallseelsorger um Betroffene und Angehörige. Auch die zahlreichen Helferinnen und Helfer erhalten Unterstützung durch eine psychosoziale Notfallversorgung. Speziell geschulte Einsatzkräfte stehen den Kameradinnen und Kameraden zur Seite, um die belastenden Eindrücke zu verarbeiten.
Währenddessen nutzen immer mehr Bewohner die Möglichkeit, in Begleitung der Polizei persönliche Gegenstände aus ihren Wohnungen zu holen. Parallel dazu werden zunehmend größere Trümmerteile mit schwerem Gerät schrittweise aus dem Gefahrenbereich geborgen.
Durch das fortlaufende Abtragen und den Abtransport des Schutts steigt zugleich die Wahrscheinlichkeit, auf die Vermissten zu treffen. Aus diesem Grund wurden inzwischen auch Kriminaltechniker an die Einsatzstelle beordert. Sie sollen im Falle eines Auffindens sofort ihre Arbeit aufnehmen können.
